Rückblick Siemens SIMpad SL4

In Berlin läuft gerade die IFA und viele Hersteller von Notebooks und Netbooks kündigen Tablet PCs oder Mobile Internet Devices oder wie die Teile auch immer genannt werden an. Da ist mir doch eingefallen, dass ich vor Jahren mal ein Siemens SIMpad hatte. Dieses könnte man als einen Vorläufer der aktuellen Geräte betrachten.

siemens-simpad-sl4

Das Gerät

Das Simpad ist ca. 18 x 26 cm gross, bei einer Dicke von etwa 30 mm. Es wiegt etwa 1 kg.

Das 8″ Display hat eine Auflösung von 800 x 600 Punkten und 65 Tausend Farben. Angetrieben wird es von einem 32 bit Intel Strong ARM 1110 RISC Prozessor mit 200 MHz.  Der interne Speicher hat 64 MB SDRAM und 32 MB Flash.

Als Schnittstellen gibt es eine PCMCIA (PC Card) Schnittstelle, IRDA (Infrarot), seriell (RS 232) sowie Kopfhöreranschluss und einen Smartcard-Reader. Ein Lautsprecher und in Mikro sind auch eingebaut, ebenso der Lithium-Ion-Akku.

Die Software

Auf dem Simpad läuft Windows Handheld PC 2000 (CE 3.0). Mit dabei sind die Pocket Versionen von Outlook, Word, Excel und der Internet Explorer. Es gibt noch einen PDF Viewer, ein paar Spiele und Software für Stifteingabe und Handschrifterkennung.

Die Bedienung

Das Gerät startet innerhalb von ein zwei Sekunden (Ausnahme natürlich der Bootvorgang nach absolut leerem Akku oder Reset ;-)

Die Bedienung erfolgt mit den Fingern oder mit dem mitgelieferten Stift. Viele Elemente sind aber sehr klein – wie auch die Bildschirmtastatur – so dass man den Stift fast immer benötigt.

Mit der optionalen Siemens I-GATE 11M PC Card kann das Simpad ins WLAN eingebunden werden und ist dann ein prima Surf-Tablet und E-Mail-Reader.

Dank des Pocket Office und der Möglichkeit auf Netzlaufwerke zuzugreifen, kann das Simpad auch für einfache “Bürotätigkeiten” verwendet werden.

Eine Akkuladung hält bis zu fünf Stunden im WLAN Betrieb oder für bis zu eine Woche Standby.

Die Verbindung mit dem PC erfolgt über die serielle Schnittstelle (was ich mangels dieser am PC, nie ausprobiert habe – zum Glück gab es ja schon WLAN ;-)

Es gab verschiedenes Zubehör: eine Tastatur zum Anschluss an die serielle Schnittstelle, einen Ständer, verschiedene PC Cards zur Speichererweiterung und/oder Verbindung zu Siemens Telefonanlagen (Home-RF), GSM/GPRS oder ans kabelgebundene LAN (Ethernet).

Fazit

Für damalige Verhältnisse war das Simpad recht fortschrittlich – WLAN, Handschrifterkennung, Touchscreen, Internet. Auch die Akkuleistung war schon ok.

Über die Jahre hat aber die Rechenleistung des ARM nicht mehr ausgereicht. Sogar das Rendern von HTML Seiten im Browser wurde zum Geduldsspiel, oder das Blättern zur nächsten Seite im PDF Dokument.

Auch gab es nicht viel Software, die auf dem Simpad wirklich gut lief. Die Software war meistens für die Modelle mit Tastatur oder für andere Prozessoren.

Die viel zu kleinen Bedienelemente der Windows CE Oberfläche und auch die Bildschirmtastatur machten eine Bedienung nur mit den Fingern unmöglich. Das Schreiben auf der virtuellen Tastatur ging nur für E-Mails oder mit viel Geduld und Mühe.

Dies war auch einer der Gründe (neben der Rechenleistung), dass das Simpad bei mir dann durch ein 10″ Subnotebook von Sony abgelöst wurde :)

Das Simpad gab es unter anderen Namen auch bei der deutschen Telekom (T-Sinus Pad) oder der schweizer Telekom (Swisscom Screenpad Web Tablet).

Web Tablet Swisscom

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